Motivation und Expertise

Die Abmilderung (Mitigation) von Ausmaß und Geschwindigkeit des anthropogenen Klimawandels und die Anpassung (Adaption) an die bereits schon spürbaren und zunehmenden Folgen des Klimawandels stellen eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen und Aufgaben der heutigen Zeit dar, die Handeln auf lokaler bis globaler Ebene erfordert. Während lange Zeit der geologische Untergrund u.a. als potentielle Quelle für fossile Energieträger angesehen wurde, deren Förderung und Verbrennung zu einem wesentlichen Teil zum Klimawandel beigetragen haben, wird heute zunehmend erkannt, dass der untertägige Raum als stofflicher und energetischer Speicher oder auch als regenerative Energiequelle dienen kann. Speicher- sowie Quellfunktion des geologischen Untergrunds können wesentliche Bausteine für Mitigations- und Adaptionsstrategien sein.

Beispiele für solche Nutzungen des geologischen Untergrunds sind:

  • die aktive Bewirtschaftung von Grundwasserkörpern, um der veränderten Niederschlagsverteilung und dem erhöhten landwirtschaftlichen Bewässerungsbedarf begegnen zu können,
  • die thermische Bewirtschaftung des geologischen Untergrundes als Baustein für eine zukünftige Wärmeversorgung gerade im urbanen Raum, um Wärmebedarfe mit Hilfe von Umweltwärme nachhaltig darzustellen oder auch um die Klimatisierung von Städten (auch Kühlung im Sommer) zu verbessern, 
  • die Nutzung des geologischen Untergrundes als Speicher für stoffliche Energieträger wie „grünes“ H2 oder CH4, um Angebot und Nachfrage zeitlich zu entkoppeln - insbesondere saisonal.

 

Am KGE beschäftigen sich mehr als 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in mehreren Arbeitsgruppen mit Fragen und Lösungen zur energetischen Nutzung des geologischen Untergrundes vor dem Hingergrund des anthropogenen Klimawandels. Zum Einsatz kommen am KGE beispielsweise numerische Modelle zur Simulation von Prozessen im geologischen Untergrund, hydrochemische und geomechanische Labore, Versuchsstände im Geotechnikum sowie das Testfeld, wodurch Experimente auf ganz unterschiedlichen Skalen ermöglicht werden. Das wissenschaftliche Team des KGE setzt sich zusammen aus Professoren, Post-Docs, Doktoranden und wissenschaftlichen Hilfskräfen.